Beraten

Business Card Vistaprint Specs Back
In dem Wort beraten stecken zwei Worte, die mich bei meiner Arbeit mit Menschen begleiten: Rat und raten. Ich erlebe das Wort «Rat» neutral, d.h. es ist weder mit einem «geben müssen», noch mit einem »empfangen müssen» verbunden. Unter Rat verstehe ich eine aus der jeweiligen Situation und Begegnung zwischen zwei Menschen aufkeimende Eingebung, die nach einer sorgfältigen Überprüfung im gemeinsam geschaffenen Raum vorübergehenden oder definitiven Zulass sowie Bedeutung erhält. Der Rat hat demnach eine gemeinsame Urheberschaft, sein Absender ist mehr der Erfahrung denn der Persönlichkeit geschuldet, seine Ausrichtung ist themenbezogen und anschlussfähig.

 Neues und Überraschendes schaffen

Das Verb raten wiederum stösst bei mir auf Widerhall, weil es auch mit dieser Energie verbunden ist, die nicht etwas Bestimmtes will, dessen Ausrichtung jedoch über den Moment hinaus wirkt. Wenn ich gemeinsam mit einer Klientin am Raten bin, kann die vorhandene Expertise sich so gegenwärtig zeigen und frei weiter entwickeln, damit Raum für Neues und Überraschendes geschaffen werden kann.

 Ratschläge nur auf meinem Fachgebiet

Und, das merke ich jedoch erst jetzt beim Schreiben, in dem Wort beraten steckt auch die Aufforderung «berate» drin. Für mich ist jedoch klar, dass ich als Mit-Verursacher von beratender Energie nicht die richtige Ansprechperson für schnelle und nicht nachhaltige Ratschläge bin. Mit einer Ausnahme: Auf meinem Fachgebiet, wozu ich in erster Linie den schriftlichen Ausdruck zähle, erlaube ich mir, manchmal sogar ungefragt, meine dezidierte Meinung zu haben und zu äussern.

Diesen Beitrag gibts auch auf : Englisch

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>