Wer ist wieder da?

davNach vier Monaten Reisen und Lernen in der weiten Welt habe ich seit ein paar Wochen wieder sogenannt einheimische Erde unter den Füssen. Und ich laufe zwar darauf, doch das Gefühl, sich wieder zuhause zu fühlen will sich nur langsam wieder einstellen. Ein merkwürdiges Befinden und ein Zustand, dem ich noch ein wenig Ausdehnung eingestehen will. Auch mit diesen Zeilen, die ihm gewidmet sind, dem Zustand, dem zwischen den Welten sein, dem Flüchtigen, dem Zustand zwischen Abreisen und Ankommen, dem Gefühl dazu zu gehören und dem Unfassbaren zu sich zu gehören. Im Flughafenbereich wird diese Zone Transit genannt, dort wo du dank, oder wie ein Freund von mir meint trotz deiner Nationalität heimatlos sein darfst, von wo aus du die Reise ins Unbekannte hinaus oder ins Vertraute zurück antreten kannst. Und doch lässt sich dieser kurze und absehbare Transitaufenthalt nicht mit dem Zustand nach der Rückkehr aus dem Fremden ins Vertraute vergleichen.

In die Umschau nach, und dem Abgleichen mit dem Vertrauten mischt sich die Sehnsucht nach dem zeitnahen und zeitlosen Fremden. In der wiedergewonnenen Realität ringt das Verklärte nach einem Platz. In ihrer Verpackung noch eingeschweissten Puzzlestücken gleich schwirren die verschiedenen Bilder und Eindrücke umher, beteiligen sich mehr passiv als aktiv am Sortierungsprozess und suchen gemeinsam nach einem intakten Ganzen. Was hier wie ein Ringen tönt ist ein Ringen, allerdings in einem Umfeld, welches es eigentlich an nichts mangeln lässt. Und doch tastet mein irritiertes Ich noch vorsichtig umher und freut sich im Nachgang über jede persönliche Begegnung, jede körperliche Empfindung und jedes bewusste Gefühl, die es ihm, und damit mir, ermöglicht wieder im Hier und Jetzt anzuknüpfen und anzukommen. Ganz viel Dankbarkeit spüre ich für die wertvolle Möglichkeit, mir für diesen selbstgewählten Prozess auch die dafür notwendige Zeit zu lassen. Im Wissen, dass sich mit der Zeit über das in der Fremde erlebte wieder ein Schleier ziehen wird, vor welchem sich die neugewonnene Realität als Bereicherung anfühlen kann.

Veröffentlicht unter Kolumne
Ein Kommentar auf “Wer ist wieder da?
  1. …dr Chaschperli isch wider da…das Gefühl der Heimatlosigkeit im Transitbereich des Flughafens ist wohl eher trotz und nicht dank einer Nationalität erfahrbar, nicht? “Sin dr alli da?!” fragt der Kasper und zweifelt nicht im Geringsten an seiner Präsenz. Ich,ihm und mir, welcher davon bin ich hier? Wär ich nicht so dreigeteilt, fänd Antwort ich in Zweisamkeit? Mein irriTier, im Jetzt und Hier, ergeben wiederkäuend. Mit selbstgewählt, notwendig Dingen, wird keine Welt mich je verschlingen…uss und schlussdibus

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