Für wen tue ich was ich tue?

BildfürAufstmitSteinenManchmal fällt mir beim Tun etwas ein. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ich auf dem Hometrainer im Keller meine Bewegungen der Routine überlasse. Der Geist ist frei und gebiert mitunter auch Seltsames. Da trampe ich also meine Meter und plötzlich taucht die Frage auf: Für wen tue ich das eigentlich? Spannende Frage, denke ich und befrage zunächst meinen Körper. Dabei gehe ich davon aus, dass mein Körper 100% repräsentiert, d.h., wenn ich meinen Körper als Antwort zu 100% mit einem «Für mich!» angefüllt fühle, dann tue ich die Tätigkeit oder denke Gedanken, die ich gerade tue und denke, zu 100% für mich! Natürlich wollen Sie jetzt eine Antwort. Und die bekommen Sie, weil ich diesen Text ja auch zu mindestens 49.9% für Sie schreibe.
Ich lasse die Frage also auf mich und in mir wirken, und siehe da: Mein Körper füllt sich zu ungefähr 75% mit Eigenem. Das ist sehr gut spürbar. Und der Rest des Körpers? Womit ist der angefüllt? Den Rest finde ich in meinen Gedanken in Form von Namen oder Begriffen von Personen, die mir in diesem Moment, wenn ich die Frage stelle «Für wen tue ich was ich tue?» in den Sinn kommen. In meinem Fall kommen mir folgende Personen in folgender Reihenfolge in den Sinn:
- ein männlicher Bekannter
- ein Freund, und
- meine Eltern.
Im ersten Moment natürlich keine Ahnung , was ausgerechnet die hier zu suchen haben. Zunächst finde ich diese Benennung einfach einmal spannend. Und ohne dieses Ergebnis bewerten oder beurteilen zu müssen, macht es mir zunächst einmal bewusst, dass ich die Freiheit besitze, mir bei allen Tätigkeiten und Gedanken zu überlegen, für wen ich sie auch (noch) mache oder denke. Aussagekräftig wird dieses Experiment vielleicht auch dann, wenn ich einmal in meinem Körper nachspüre und mir dann bewusst mache (versuchen Sie ehrlich zu sein), für wen ich all die Dinge mache, bei denen ich spontan und ohne meinen Körper zu fragen, sagen würde: das tue ich natürlich für andere!
Das gilt auch für diesen Text: Denn mittlerweile habe ich nachgespürt und realiert, dass ich diesen Text zu mindestens 65% für mich geschrieben habe. Und ebenfalls in diesem Sinne: Ich freue mich, wenn Sie Ihre eigenen Erfahrungen hier mitteilen. Danke!

Veröffentlicht unter Kolumne

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