«Yalla» in der Schweiz

«Vorwärts, los gehts» bedeutet das arabische Wort «Yalla», welches in Israel sowohl von der jüdischen als auch von der arabischen Bevölkerung im Alltag gebraucht wird. «Yalla» hat die in Israel geborene und in der Nordwestschweiz aufgewachsene und wirkende Regisseurin Dalit Bloch ihren dramaturgischen Beitrag zur Friedensarbeit im Nahen Osten betitelt. Und «Yalla» – also die Post ab – geht im rund einstündigen Stück, welches im Basler Vorstadt-Theater diesen Dienstag Abend seine Schweizer Premiere feierte jeweils dann, wenn sich die jugendlichen Schauspielerinnen und Schauspieler tanzend bewegen oder wenn sie einzeln zu ihren familiengeschichtlichen Monologen ansetzen. Diese in der jeweiligen Muttersprache/Vatersprache (hebräisch und arabisch) vorgetragenen Einblicke öffnen dramaturgisch ein Fenster in die gefühlte Gegenwart der Jugendlichen und setzen einen Kontrapunkt zur Rahmengeschichte, die parallel und als freie Version der Novelle des Schweizer Dichters Gottfried Keller «Romeo und Julia auf dem Dorfe» aus dem Jahre 1856 erzählt wird. Den zehn Jugendlichen – vier Knaben und sechs Mädchen, sechs arabische und vier jüdische Israeli im Alter von 13 bis 15 jahren – macht es sichtlich Spass, ihre in Gemeinsamkeit in Israel – was eben immer noch nicht selbstverständlich ist! – entwickelte Theaterarbeit in der Diaspora zu zeigen. Als Zuschauer, der weder Hebräisch noch Arabisch versteht, schätze ich natürlich die auf eine Leinwand projizierten Kurz-Zusammenfassungen in deutscher Sprache. Dennoch erlebe ich sie an manchen Stellen als zu knapp, um wirklich eine Verbindung zwischen Verstand und Herz herstellen zu können. Das gelingt mir eher bei den Monologen, die vom Off aus und zeitlich versetzt übersetzt werden, d.h. nachdem der/die Schauspielerin ihren Monolog beendet hat, kann ich im Klang der Übersetzung nachspüren. Schliesslich verlasse ich das Theater mit dem Gefühl, dass ich es fabelhaft finde, dass dieses Projekt überhaupt zustande gekommen ist und hoffe, dass seine universelle Friedens-Botschaft von den Protagonisten weiter- und auch wieder zurückgetragen – in den Nahen Osten – und vom Publikum nachvollzogen und multipliziert werden kann. «Yalla» wird noch an folgenden Orten aufgeführt Basel: Do 20.01.2011 jeweils 10.30, Fr 21.01.2011 10.30 und 20.00; Liechtenstein: Schaan/TaKino Mo 24.01.2011 jeweils 14.00 und 20.00; Aarau/Theater Tuchlaube: Mi / Do 26. /27.01.2011 jeweils 20.15; Zürich/Israelitische Cultusgemeinde: Sa 29.01.2011 20.00; Dornach/Neues Theater am Bahnhof:Di 1.02.2011 10.30 und 20.00.

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