Scham ist die Hüterin der menschlichen Würde

Die Konklusion, dass die Scham die Hüterin der menschlichen Würde ist, geht auf die Erkenntnisse des 80jährigen klinischen Psychiaters und Psychoanalytikers Léon Wurmser zurück. Der in der Schweiz geborene Spezialist emigrierte in den 1960er Jahren in die USA und widmete sich dort fokussiert dem sogenannten Scham-Problem Literatur von Léon Wurmser
Sehr zur Freude von über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben am 21. Januar 2011 die beiden Berufsverbände Association Romande des Superviseurs und BSO diesem wichtigen Thema eine zweisprachige (deutsch und französisch) Plattform ermöglicht. Dazu haben sie die beiden Experten Serge Tisseron aus Paris, sowie den Freiburger Stephan Marks vom Freiburger Institut für Menschenrechtspädagogik eingeladen, die ihrem interessierten Publikum auf eindrückliche Art und Weise einen umfassenden und nachvollziehbaren Einblick in ihr Forschungs- und Arbeitsumfeld gewährten. Aufgrund der anregenden Diskussionen an den runden Tischen nehme ich an, dass es beiden Referenten gelungen ist, die anwesenden Berufsleute für eine Emotion zu sensibilisieren, die eigentlich auch im Bereich der Beratung und Begleitung von Menschen mehr Schatten- als Lichtdasein aufweist. Und wie für alle Emotionen, mit welchen ich in der Beratungstätigkeit konstruktiv und unterstützend unterwegs sein möchte, gilt natürlich auch für die Emotion Scham, dass ich mich zuerst einmal mit meiner eigenen Scham, meinem eigenen Schamgefühl und mit meinem eigenen Gefühl von Schuld auseinandersetzen sollte. Ansonsten gilt: wehe wenn wir, als Beraterinnen und Berater losgelassen und das Thema Scham ansprechen, ohne uns bewusst zu sein, was wir damit auslösen können. Denn wir dürfen uns gerne daran erinnern, was auch Stephan Marks einleitend betonte: der bewusste und konstruktive Umgang mit der Scham gehört in den Bereich der Menschenwürde. In diesem Sinne wünsche ich mir (…und natürlich auch Ihnen) zunächst, bevor ich meine Klientinnen und Klienten damit konfrontiere, weiterhin einen milden und offenen Umgang mit mir selbst.

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