Die Liebe: ein Rezept gegen die Angst?!

Im Basler Literaturhaus läuft eine Reihe zum Thema «Grosse Gefühle». Der jüngste Abend war dem Thema Angst gewidmet, die verständlicherweise viele Menschen aus dem Haus in die Innenstadt lockte. Auch mich, da ich mich seit geraumer Zeit dem Eindruck nicht mehr verwehren kann, dass die Angst umgeht. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Eingesperrt in Menschen begegnet mir die Angst immer häufiger in den Augen von PassantInnen, in Hauseingängen, auf der Rolltreppe im Warenhaus, an der Kasse und vor allem dort, wo mir die Möglichkeit geboten ist, etwas zu beobachten. Unterwegs zum Literaturhaus suchte ich dann noch nach dem Zwilling der Angst, respektive nach einem anderen inneren Zustand, der mir in vielen Augen dieser Stadt begegnet; die Einsamkeit. Und um Antworten, vielleicht auch Bestätigungen, auf meine beobachteten, Konzepten folgenden Überlegungen zu finden, radelte ich ins Literaturhaus. Und peng machte es: Der sehr symphatische Neurobiologe, Pschotherapeut und mehrfache Buchautor (u.a. Das Gedächtnis des Körpers, Prinzip Menschlichkeit, Warum ich fühle, was du fühlst) Joachim Bauer stellte nach anregender Diskussion fest, dass Menschen die sich in ihrem Leben von der Liebe getragen fühlen und diese in Bindungen erlebt haben und erleben, dem grossen Gefühl der Angst weniger ausgeliefert sind, als Menschen, die bereits in ihren Anfangsjahren auf sich selbst gestellt waren. Berührt hat mich auch die erneute Begegnung mit dem Gedankengut des dänischen Philosophen Soren Kierkegaard, der von der daseinsanalytischen Psychotherapeutin Alice Holzhey-Kunz mit seiner Schrift zur Angst zitiert wurde. Sie, die Angst, ermögliche dem Menschen überhaupt erst zu spüren, dass er ein lebendiges Leben sei und sei daher immer auch schon vorhanden. Diese für Menschen mit Angststörungen eigentlich entlastende Erkenntnis war wohl dann auch verantwortlich dafür, dass sich kurz vor Schluss eine Zuhörerin mit biographischen Eckdaten und daraus abgeleiteten Schwierigkeiten, die sie selbst als Ergebnis ihrer Angststörung etikettierte, ans Publikum wandte. Danke!

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